Springen

Kapitel 5

Ausbildung eines jungen Pferdes

Ein junges Springpferd wird mit aller gebotenen Vorsicht auf spätere Spring- prüfungen vorbereitet. Bewusst ist der Oxer, der hier etwa den Anforderungen eines A-Parcours entspricht, genügend breit (mindestens 4 m) und sehr voll gebaut. Die am Boden liegende weiße Stange dient dem Pferd als besonders willkommene Absprungerleichterung. Pferde  sehen  - wie Menschen - beim Anlaufen zunächst nach unten, um sich am Boden eine geeignete Absprungstelle zu suchen. Erst wenn sie einen ver- meintlich guten Absprungplatz gefunden haben, richten sie  wieder ihren Blick nach oben, um dann die tatsächliche Höhe des Sprungs zu taxieren. Gerade bei jungen Pferden sollte die Vorder- partie eines Oxers "voll" gebaut sein. Ein allzu "luftig" gebauter Sprung mit nur ein oder zwei Stangen wü:rde dem Pferd wieder das Taxieren erschweren. Aus gleichem Grund sollte man einem jungen Pferd auch keinen Karee-Oxer anbieten, bei dem sich vordere und hintere oberste Begrenzung  auf einer Höhe befinden. Pferdefreundlicher baut man, wenn die einzelne hintere Stange etwa 10 cm höher liegt. Aus dieser Sprunggestaltung resultiert eine leichtere, fürs Pferd wesentlich an- genehmere  Flugkurve. Auch Pferde mit wenig Parcourserfahrung springen beherzt nach vorn und machen sich - wie über diesem Oxer - angenehm rund. Der Reiter versucht, die Mitte des Sprungs zu treffen.
Verfügt er über ein geschultes Auge, kann er das Pferd beim Anreiten bei der Suche nach einem vorteilhaften Absprungplatz durch  geeignetes verlängern (zulegen) oder verkü:rzen (aufnehmen) der letzten Galoppsprü:nge unterstü:tzen. Das Korrigieren der Absprungdistanz sollte drei bis vier Galoppsprü:nge vor dem eigentlichen Absprung vollzogen sein. Bei den letzten Galoppsprü:ngen vor dem Absprung sitzt der Reiter ruhig und überlässt dem jungen Pferd die Initiative. Es schadet ja auch nicht, wenn das Pferd in etwas weniger gü:nstigen Absprungbereichen Reaktionen,  Beintechnik und Sprungkraft schult. Hinzu kommen für junge Pferde wichtige Erfahrungs- werte. Wichtig ist, dass der Reiter ruhig, tief und stets über dem Schwerpunkt (Widerrist) des Pferdes bleibt. Das gilt für den Absprung, die Flugphase über dem Sprung wie auch für die Landephase.

 

Kapitel 6

Landung in einer Kombination nach dem ersten Sprung

Die Bewältigung der Kombination scheint für den Schimmelreiter nicht ganz einfach zu werden. Beim Einsprung ist der Schimmel ein wenig nach links gewichen. Oder er ist von seinem  Reiter mit Absicht so dirigiert worden, weil sich beim Abgehen des Parcours die Distanz zu zweiten Sprung als eng erwiesen hat.
Einen leichten Bogen in Kombinationen zu reiten, um den Weg etwas weiter zu gestalten, kann man sich jedoch nur mit einem sehr zuverlässigen, äußerst erfahrenen Springpferd erlauben. Auf diesem Foto sitzt der Reiter sehr früh und betont weit hinten, um schon bei der Landung sein Pferd gut an der Hand zu haben. Ein weiterer Hinweis für eine enge Kombinations-Distanz. Dass der Schimmel nach links gewichen  ist, zeigt die rechte Reiterhand, die den Schimmel schon während der noch andauernden Flugphase vorsichtig nach rechts führt. Verhalten von Pferd und Reiter sagen: "Achtung! Aufnehmen! Nicht zu dicht an den Steilsprung  kommen!" Gut, dass jetzt das Sonnenlicht nicht blendet. Der Reiter denkt an den Sieg, das Pferd an seine Beine. Beide wollen keine Fehler machen, nur die Gründe sind verschieden.
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