/spring03.htm >
SpringenKapitel 3Die Veranlagung eines Springpferdes |
|||
| Neben der Veranlagung, über
ausreichendes Galoppier- und Springvermögen zu verfügen, ist die
Sprung- technik ein wesentliches Merkmal eines erfolgreichen
Springpferdes. Die Devise lautet: Kräfte sparend, fehlerfrei und schnell
springen. Ökonomisches Springen ist aber nur mit einem möglichst tief
gehaltenen Schwerpunkt möglich. Daher sollte das Gesamtgewicht des
Pferdes während der Flugphase dicht an die oberste Stange des
Hindernisses. Befindet sich der Widerrist exakt über dem Sprung, richtet
sich der Kopf des Pferdes - neben einer deutlich konvexen Rückenwölbung
(Bascule) - bereits wieder nach unten Richtung Landeplatz. Hochspringer
der Leichtathleten machen es vor: Während sich ihr Schwerpunkt über der
Latte befindet, liegen Kopf und Beine sogar darunter. In dieser Haltung
wird der Schwerpunkt des Springers nach unten verlagert. Natürlich
können Springreiter ihren Pferden keinen "Rückwärtssprung" beibringen.
Und doch bleibt die Forderung eines tief gehaltenen Schwerpunktes über
dem Sprung auch für Springpferde bestehen. Das Fundament, in günstiger Haltung einen Sprung zu überwinden, liegt bei Springpferden - wie auch bei allen übrigen Pferdesportarten - in dressurmäßiger Ausbildung. In deutlicher Dehnungshaltung kräftigen sich Hals-, Rücken- und Hinterhandmuskulatur. Häufige Tempiunterschiede und Richtungswechsel lassen das Pferd empfindsamer auf treibende und zurückführende Hilfen reagieren. Um dem Springpferd anfangs das Springen zu erleichtern, werden Kombinationen und Distanzen für jedes Pferd individuell aufgebaut. Pferden mit grö&szlid;eren Galoppsprüngen bietet man weitere Distanzen an. Pferde, die ein wenig kürzer galoppieren, kommen zunächst leichter über enger gestellte Distanzen. Nach und nach kann man dann mit gebotener Zurückhaltung die Pferde auf Distanzen und Kombinationen vorbereiten, die gewöhnlich auf Turnieren verlangt werden. Für die mächtigen Galoppierer wird dann eine Kombination von 11,30 m auf 11,20 m verkürzt. Nach einem halben Jahr sind wir bei 11 m, einige Monate später bereiten unserem Pferd 10,50 m keine Probleme mehr. Bei kürzer galoppierenden Pferden ist eine Vorbereitung zu Turnier- distanzen nicht ganz so einfach. Hier gilt es, zunächst den Galoppsprung überhaupt zu verbessern. Die Kräftigung der Hinterhandmuskulatur steht im Vordergrund. Energisches Zulegen und Zurückführen im Galopp fördern bei häufigen Richtungswechseln die Spritzigkeit des Pferdes, machen es insgesamt sport- licher. Gelingt es, den Galoppsprung im Arbeitstempo von angenommen 3,30 m auf 3,35 zu vergrößern, haben wir schon eine Menge erreicht. Die Arbeit im Gelände - vor allem bergan - hilft ebenfalls. Nach und nach bildet sich ein kraftvoller und raumgreifender Galoppsprung, die natürliche Springveran- lagung wird ausgebaut. Je gründlicher das Pferd ausgebildet wird, umso leichter fä,llt ihm das Springen. Und das ist unser Ausbildungsziel. | |||
|
|
|
|